Erkennen Kinder Gefühle trotz Maske?


Wenn die Mimik verdeckt ist
Erkennen Kinder Gefühle trotz Maske?

Normalerweise spricht unser Gesicht Bände. Und schon kleine Kinder lernen, die Gefühle anderer Menschen aus ihrer Mimik abzulesen. Doch wie sieht das in Pandemie-Zeiten unter Mund-Nasen-Masken aus?

Sorge um emotionale Entwicklung

Corona macht es zwischenmenschlich nicht leichter. Die Kontakte sind reduziert, und wenn es doch zu einem Miteinander kommt, besteht meist Maskenpflicht. Auch Kinder müssen damit klarkommen, ständig mit Menschen zu interagieren, deren Gesichter teilweise bedeckt sind. Pädagogen und Psychologen fragen sich deshalb, ob die emotionale Entwicklung der Kleinen darunter leidet.

Näher untersucht haben das nun amerikanische Forscher*innen mit Hilfe von 80 Kindern im Alter von 7 bis 13 Jahren. Sie zeigten ihnen Fotos von traurigen, ängstlichen oder wütenden Gesichtern, teils ohne Maske, teils mit Mund-Nasen-Schutz und teils mit Sonnenbrille. Die Kinder sollten die Gefühle lesen und sie 6 vorgegebenen Emotionen zuordnen.

Besser als Raten

War das Gesicht frei, erkannten die Kinder in 66% der Fälle die Gefühle richtig. Mit dem Mund-Nasenschutz identifizierten sie 28% der traurigen Gesichter, 27% der wütenden und 18% der ängstlichen. Dabei zeigte sich auch, dass Emotionen in unterschiedlichen Bereichen des Gesichts abgelesen werden. So machten es Sonnenbrillen besonders schwer, Angst und Ärger zu erkennen. Das liegt vermutlich daran, dass für diese Gefühle die Mimik der Augen und Augenbrauen wichtig ist. Angst ließ sich auch unter Mund-Nasen-Masken schwer ablesen und wurde oft — wahrscheinlich weil der Mund nicht erkennbar war — mit Überraschung verwechselt.

Sorgen sind unbegründet

Erwartungsgemäß war es für die Kinder schwieriger, Emotionen von maskierten Gesichtern abzulesen. Doch es gelang ihnen immerhin so gut, dass ein Zufall ausgeschlossen werden konnte. Wenn Kinder Emotionen schon von einer Fotografie ablesen können, gelingt ihnen das im echten Leben noch besser, sind die Autor*innen überzeugt. Denn immerhin helfen dann auch noch Körperhaltung, Stimmlage und die gesamte Situation bei der Einschätzung.

„Kinder passen sich an die Informationen, die sie bekommen, gut an,“ beruhigt deshalb auch die Studienleiterin, „deshalb ist nicht anzunehmen, dass das Maskentragen die emotionale Entwicklung verzögert“.

Quellen: www.kinderärzte-im-netz.de, PLOS one

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