Psychosoziale Therapie bei Demenz


Unterstützung für den Alltag
Psychosoziale Therapie bei Demenz

Körperliche, geistige und soziale Aktivität bewirken, dass die kognitive Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit länger erhalten bleibt. Einen vergleichbaren Effekt können psychosoziale Interventionen entfalten – selbst dann, wenn bereits eine Demenz besteht.

„Psychosoziale Interventionen setzen bei der Wechselwirkung zwischen Psyche, Sozialverhalten und der Interaktion mit der Umwelt und den Pflegenden an. Es handelt sich um Maßnahmen, welche die Lebensqualität und Alltagskompetenz sowie die sozialen Beziehungen der Betroffenen verbessern sollen, unter anderem durch Stabilisierung vorhandener Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie einer Steigerung des körperlichen und psychischen Wohlbefindens“, berichtet Prof. Wolfgang Maier von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) mit Sitz in Berlin. Psychosoziale Therapien können in allen Verlaufsstadien einer Demenz angewendet werden und werden individuell an die Bedürfnisse der Patienten angepasst.

Erinnerung als Therapie

Die verschiedenen Formen wirksamer psychosozialer Therapien haben dabei unterschiedliche Ziele: Einerseits versuchen sie, alltagsnahe kognitive Fertigkeiten zu befördern. Andererseits werden Gefühle aktiviert, indem bedeutsame Erinnerungen wachgerufen werden. „Das Gefühlsleben von demenziell erkrankten Menschen bleibt viel länger erhalten als die kognitiven Fähigkeiten. Daher kann über die Aktivierung von Emotionen das Selbsterleben und die Lebensqualität der Erkrankten positiv beeinflusst werden“, betont Prof. Maier. Eine dritte Form psychosozialer Interventionen – die Ergotherapie – ist im häuslichen Umfeld der erkrankten Person besonders hilfreich. Im Rahmen der Ergotherapie werden mit den Betroffenen Alltagsaktivitäten geübt, zum Beispiel Kleidung anziehen, Essen, Köperpflege. Bewegungsverhalten und Motorik sollen sich dadurch verbessern. 

Training der Angehörigen

Intensive Trainings für Angehörige sind ebenso Teil psychosozialer Interventionen. „Es besteht eine starke Wechselwirkung zwischen dem Wohlbefinden des Erkrankten und dem der Bezugsperson. Intensive Aufklärung und Angehörigentrainings können die Fähigkeiten pflegender Angehöriger in der Auseinandersetzung mit der Erkrankung stärken. So kann die Kommunikation mit dem Erkrankten verbessert werden und Missverständnisse können reduziert werden. Auch können Pflegende lernen, sich entlastende Strategien und praktische Problemlösungen beispielsweise im Zusammenhang mit erkrankungsbedingten Verhaltensstörungen beim Patienten anzueignen“, erklärt Prof. Maier, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn. Bei allem Bestreben, dem Erkrankten gerecht zu werden und ihm beizustehen, sollten sich Angehörige ihre Grenzen rechtzeitig eingestehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, damit ihre Gesundheit erhalten bleibt.

Austausch und Beratung für Angehörige

Neben verschiedenen Beratungsstellen existieren so genannte Angehörigengruppen, die von Fachleuten geleitet werden und dem Austausch von persönlichen Erfahrungen dienen. Sie vermitteln Kenntnisse über die Krankheit, Anregungen zur Selbsthilfe und Ratschläge zum Umgang mit Krisensituationen. Zudem bieten sie die Möglichkeit, Gefühle der Hoffnungslosigkeit, Trauer, Schuld, Ärger oder Enttäuschung, die sich bei der Pflege einstellen können, in einer Atmosphäre der Anteilnahme und des Verständnisses frei äußern zu können.

News

Zum Check-up in die Röhre?
Zum Check-up in die Röhre?

Sinn und Unsinn von Ganzkörper-MRTs

Privatkliniken und Diagnostikzentren werben vermehrt mit MRTs für den gesamten Körper. Auf diese Weise sollen Erkrankungen früh entdeckt werden. Klingt verheißungsvoll, doch funktioniert das auch?    mehr

Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?
Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?

Gegen die Sucht

E-Zigaretten mit Nikotin unterstützen einen Rauchstopp offenbar etwas besser als Nikotinpflaster oder -kaugummis. Doch die Mehrheit schafft den Ausstieg auch damit nicht. Und ob E-Zigaretten langfristig beim Aufhören helfen, ist noch offen.   mehr

Warnung vor Tiefkühlbeeren
Warnung vor Tiefkühlbeeren

Keime überleben die Kälte

Tiefkühlbeeren sind lecker und schnell serviert. Doch wer sie direkt aus dem Gefrierfach in Smoothies, Desserts oder andere Speisen gibt, geht ein gesundheitliches Risiko ein: Krankheitserreger können die Kälte überstehen.   mehr

Nitrospray richtig anwenden
Nitrospray richtig anwenden

Bei Brustenge und Herzschmerzen

Wer unter Angina-pectoris-Anfällen leidet, hat meist ein Notfallmedikament als Spray oder Kapsel dabei. Das darin enthaltene Nitrat hilft schnell gegen Brustenge und Herzschmerz. Voraussetzung ist allerdings, dass man es richtig anwendet.   mehr

Dem Testosteron-Abfall entgegen wirken

Mann fährt mit Hund an der Leine auf einem Fahrrad einen See entlang.

Bewegung und Alkoholverzicht

Wechseljahre wie die Frauen haben Männer nicht. Ihr Hormonspiegel sinkt nicht abrupt, sondern nur langsam. Trotzdem leiden viele unter Beschwerden. Und einige wenige benötigen sogar eine Testosteronsubstitution.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im September

Darmbakterien als Gesundheitshelfer

Darmbakterien als Gesundheitshelfer

Probiotika im Einsatz

Ob für eine gesunde Verdauung, zur Unterstützung des Immunsystems oder als Begleiter beim Abnehmen: ... Zum Ratgeber
Rats-Apotheke
Inhaber Frank Stiewert
Telefon 03583/68 10 36
E-Mail info@rats-apotheke-zittau.de